Herstellung von Destillierkolben

Alle unsere Al-Ambiq®-Destillierkolben sind mit Kupfer, Messing und 100% bleifreiem Zinn oder Silber vernietet oder verschweißt. Schweißnähte aus Messing, 100% bleifreien Zinn und Silber sind absolut sicher und werden üblicherweise zum Löten von Kupferprodukten für die Lebensmittelindustrie verwendet. Die wichtigsten zu vermeidenden Elemente sind Cadmium und Blei.

Aus Kupferplatten gebaut und handgehämmert, um den feinen und graziösen Kurven Form zu geben, gibt es keine zwei Destillierkolben mit gleichem Durchmesser. Alle Teile des Destillierkolbens sind genau aneinander angepasst. Der Herstellungsprozess beginnt mit dem Schneiden von großen Kupferplatten. Dann folgt ein langanhaltender Vorgang des Formens, bei welchem die flachen Platten mit vorsichtigen und sorgfältig geplanten Schlägen zu Formen umgewandelt werden, die mit viel Phantasie bereits die Rundungen des Alembik-Kessels anzeigen. Der Alembik-Kessel selbst besteht aus drei verschiedenen Teilen.

 

 

 

 

Der Helm des Destillierkolbens wird aus einer einzigen Kupferplatte gefertigt, die der Handwerker sorgfältig mit Hilfe eines Modells formt. Die besondere Form des Helms erhält man mit Hilfe von Werkzeugen, die den Helm gegen die Drehmaschine drücken. Der Helm des Destillierkolbens ist extrem wichtig, weil in ihm Dämpfe konzentriert werden. Dann folgt die Formung des Verbindungsrohrs (Schwanenhals), das den Helm des Destillierkolbens mit dem Kühlbehälter (Kondensator) verbindet.

Es folgt die Fertigung des Kühlbehälters bzw. Kondensators, der aus einer Kühlschlange und einem Kessel besteht, in welches kaltes Wasser gegossen wird, das das Rohr der Kühlschlange konstant abkühlt. In das Kühlrohr legt man Sand, damit es dann in einer mechanischen Walze gebogen werden kann. Danach wird der Kupferkessel gefertigt.

Dann folgt das Polieren aller Teile des Destillierkolbens. In diesem Stadium werden die verschiedenen Teile des Destillierkolbens in einer Maschine poliert, um den charakteristischen Glanz des Kupfers zu erwerben. Es gibt zwei Arten, um die einzelnen Teile des Destillierkolbens miteinander zu verbinden bzw. zusammenzusetzen: Nietverbindungen und Schweißverbindungen.

Nietverbindungen

Die drei Teile, die den Topf zusammensetzen, sind mit Nieten verbunden, kleine Kupferpins mit zwei Köpfen: eine entsteht während ihrer Herstellung und die andere am Zeitpunkt der Einführung in die Nietlöcher, die entlang der Taille des Topfes in regelmäßigen Abständen entstehen. Diese Technik stammt aus der Zeit des alten Ägypten, als die Kupferverarbeitung florierte. Mit einer ähnlichen Technik wurden einst Brücken und Flugzeuge gebaut, jedoch wurde diese Technik nun durch das Schweißen ersetzt.

Der Kessel selbst besteht aus drei Teilen und alle Verbindungen zwischen diesen Teilen müssen undurchlässig sein. Letztendlich wendet man das Leinsamenöl im Inneren des Destillierkolbens an, wo es viele Verbindungen gibt, was mit anderen natürlichen Zutaten verbunden wird, mit dem Ziel den Destillierkolben zu dichten. Dies ist eine unschädliche Lösung, die das Destillat nicht beeinträchtigen wird. Sie können mehr über die erste Reinigung im Kapitel »Reinigung und Pflege« lesen.

Schweißverbindungen

Das Schweißen ist eine moderne Methode bei der zwei Kupferteile miteinander verbunden werden. Diese Technik wurde im 19. Jahrhundert im Eisenbau perfektioniert. Bei der Herstellung der Al-Ambiq®-Destillierkolben wird das Flammschweißen zum Fügen verwendet, wobei als Wärmeträger Gas verwendet wird, das mit Sauerstoff verbrennt. Die Wärme entwickelt sich in Form eines Lichtbogens, der das hinzugefügte Material sowie das Grundmaterial zum Schmelzen bringt und das geschmolzene Metall vor Oxidation schützt. Auf diese Weise bildet sich dann ein Schmelzbad, das nach dem Abkühlen zu einer Schweißnaht wird. Das hinzugefügtes Material bzw. das Bindemittel, mit dem die beiden Teile verschweißt werden, besteht aus Messing und Zinn, das kein Blei enthält. Für das Bindemittel ist es besonders wichtig, dass es kein Cadmium und Blei enthält.

In unserem Angebot an Al-Ambiq®-Destillierkolben haben wir hauptsächlich Destillierkolben mit Schweißverbindungen, jedoch werden auf Wunsch der Kunden auch Destillierkolben mit Nietverbindungen geliefert. Für beide Modelle muss die erste Reinigung des Destillierkolbens durchgeführt werden. Sie können mehr über die erste Reinigung im Kapitel »Reinigung und Pflege« lesen.

Schließlich wird der Destillierkolben sorgfältig von Hand poliert, währenddessen er gründlich untersucht wird. So ist die Umwandlung einer einfachen Kupferplatte in einen schönen und funktionellen Destillierkolben abgeschlossen.