Wundheilung mit Aromatherapie

Februar 10, 2019

Wundheilung mit Aromatherapie

Die Haut in unserem Körper ist das Organ, das Infektionen, Krankheiten und Verletzungen am stärksten ausgesetzt ist. Die Wundheilung ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie unser Körper die Homöostase effektiv aufrechterhält. Häufig müssen wir jedoch diesen komplexen Mechanismen zur Schaffung einer inneren Umgebung in einem für das Leben optimalen Bereich auch helfen. Es sollte uns bewusst sein, dass sich akute Erkrankungen sehr schnell zu chronischen entwickeln können. Daher werden wir uns dieses Mal der effektiven Wirkung von Aromatherapie und den natürlichen kosmetischen Präparaten zur Wundheilung widmen.

Phasen der Wundheilung

Die Wundheilung ist unterteilt in:

  • die primäre Heilung, wenn das abgerissene oder beschädigte Gewebe ohne Entzündung oder Bildung von Granulationsgewebe mit glatter Narbe und ohne Komplikationen verheilt,
  • die sekundäre Heilung, wenn das abgerissene oder beschädigte Gewebe durch die Bildung von Granulationsgewebe aufgrund einer anwesenden Infektion verheilt und mit einer großen Narbe endet.

Das klassische Modell der Wundheilung kann in mehrere, teilweise überlappende, vollständig erwartete Phasen unterteilt werden. Falls sich die Phasen nicht folgen, ist die Heilung nicht erfolgreich und führt zur Entwicklung chronischer Wunden. Daher ist das Erkennen dieser Phasen für die erfolgreiche Behandlung von Wunden, einschließlich des holistischen Ansatzes, von entscheidender Bedeutung.

Entzündungsphase - Unmittelbar nach einer mechanischen Verletzung der Haut, der Schleimhäute oder des Gewebes folgt die Bildung einer Wundschorfe, die alle weiteren Blutungen verhindert und als Grundlage der Wunde dient, bis zur Entwicklung des Granulationsgewebes und später des Kollagens. Die Entzündungen an der Stelle der Verletzung beschleunigen die Durchblutung, verursachen Schwellungen des Gewebes und lösen Faktoren aus, die die nächste Heilungsphase auslösen.

Während der Entzündung kommen an die Stelle der Verletzung weiße Blutkörperchen, die Schmutz, abgestorbenes Gewebe und Mikroorganismen entfernen.  Das Nebenprodukt einer solchen Reinigung ist Eiter. Schließlich ist die Wunde sauber und die Zellen beginnen, Granulationsgewebe zu bilden. Bleibt in der Wunde ein Fremdkörper, kann sich die Entzündungsphase verlängern, was zu einer chronischen Wunde führen kann.

Proliferationsphase - Nach zwei bis drei Tagen bilden sich neue Venen. Es bilden sich spezielle Fibroblasten, die eine neue extrazelluläre Matrix und Granulationsgewebe bilden. Aus diesem Grund benötigt der geschädigte Bereich viel Sauerstoff und Nährstoffe, die die Zellen mit Blut erhalten. Aus diesem Grund ist der Bereich um die Wunde rötlich.

Das Granulationsgewebe fungiert als rudimentäres Gewebe und wächst solange, bis es die Wunden vollständig bedeckt. Am Ende der Granulationsphase wandeln die Fibroblasten das Granulationsgewebe in Kollagen um und stärken so die Gewebefestigkeit im Wundbereich.

Sauerstoffmangel stoppt das Wachstum von Fibroblasten und die Bildung der extrazellulären Matrix, was zur Bildung fibrotischer Narben führt. Daher müssen wir Menschen, die an Durchblutungsstörungen leiden und rauchen, besondere Aufmerksamkeit widmen, da der Fluss von frischem Blut zur Stelle der Verletzungen gestört ist. Bei solchen Menschen verläuft der Heilungsprozess deutlich länger.

Epithelisierung - Wenn die Wunde vollständig mit Granulationsgewebe gefüllt ist, überwachsen die Epithelzellen zuerst die Wundränder. Die neuentstandene Haut ist sanft und empfindlich für eventuelle Verletzungen. Sie sollte daher äußerst vorsichtig gepflegt werden.

Kontraktion - Diese Wundheilungsphase kann mehrere Wochen dauern und ist äußerst wichtig, da sie der Haut das ursprüngliche Aussehen wiedergibt. Wenn sie zu lang dauert, kann die Haut ihr ursprüngliches Aussehen und sogar ihre Funktion verlieren. Spezielle Zellen, die den glatten Muskelzellen ähnlich sind, ziehen die intrazelluläre Matrix innerhalb der Wunde und verengen somit die Wunde, während dieser Zeit legen die Fibroblasten Kollagenfasern ab und stärken die beschädigte Stelle.

Reifungs- und Transformationsphase - Diese Phase kann je nach Ausmaß der Verletzung und dem Heilungsverlauf ein Jahr oder länger dauern. Während der Reifung verändert sich Kollagen Typ III mit Kollagen Typ I und verstärkt somit die beschädigte Stelle.

Die Rolle der ätherischen Öle bei der Wundheilung

Es ist äußerst wichtig, dass man für die Behandlung und Heilung von Wunden die richtigen ätherischen und pflanzlichen Öle und deren herauslösbare Bestandteile wählt. Bei der Auswahl ätherischer Öle müssen Sie insbesondere diejenigen finden, die:

  • eine Infektion von Wunden mit Mikroorganismen verhindern,
  • Entzündungen reduzieren,
  • helfen, den Eiter und das abgestorbene Gewebe aus der Wunde zu beseitigen,
  • die Granulierung und Kollagenbildung beschleunigen,
  • die Bildung von Blutgefäßen und die Durchblutung des Gewebes beschleunigen,
  • die Gewebeschrumpfung um die Wunde beschleunigen,
  • die Begleitschmerzen erleichtern,
  • kostengünstig sind und
  • leicht aufgetragen und schnell gereinigt werden können.

Wir empfehlen Ihnen die Verwendung von hochwertigen Grundölen von Unguentarium® und 100% ätherischen Ölen von Unguentarium®.

Die Konzentrationen an ätherischen Ölen in Pflanzenölen, herauslösbaren Bestandteilen, Honig oder Tonmasken liegen zwischen 1,5 und 25%. Alles hängt jedoch vor allem von dem Patienten selbst und den Erfahrungen des Aromatherapeuten ab. Vor jeder Untersuchung muss eine detaillierte Anamnese der Krankheit erstellt werden und ein Patch-Test durchgeführt werden. Unverdünnte ätherische Öle dürfen niemals direkt auf die Wunde aufgetragen werden!

Das ätherische Lavendelöl (Lavandula angustifolia) fördert die Narbenbildung, Zellregeneration und zerstört effektiv die Zellen. Es wird auch häufig zur Behandlung von Verbrennungen eingesetzt.

Das ätherische Öl der Myrrhe (Commiphora Myrrha) wird seit der Antike zur Behandlung von Wunden verwendet und ist besonders wirksam bei der Behandlung von Wundliegen. Es erhöht auch die Blut-Leukozytenzahl und hemmt die Vermehrung von Staphylococcus aureus und anderen grampositiven Bakterien.

Das ätherische Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) wirkt antibakteriell und wirkt als solches gegen eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen, einschließlich Staphylococcus aureus. Es ist daher äußerst nützlich bei der Behandlung von infizierter Wunden. In der Aromatherapie wirkt es sogar als Antibiotikum.

Das ätherische Balsamöl (Abies balsamea) wirkt gegen Staphylokokken und E. coli und wirkt entzündungshemmend und wundheilend. Indigene Amerikaner verwendeten es zur Behandlung von Verbrennungen, Geschwüren und Schnittverletzungen.

Das ätherische Zitronenöl (Citrus Lemon) wird zur Reinigung von eitrigen Wunden verwendet, da ein hoher Inhalt von Monoterpenen (90-95%) auf die Haut und die Schleimhäute aggressiv wirkt. Es hat außergewöhnliche antibakterielle Eigenschaften und stimuliert effektiv die weißen Blutkörperchen.

Das ätherische Öl der Kamille (Matricaria recutita) ist für die Wundheilung unverzichtbar, da es entzündungshemmend sowie antimikrobiell wirkt und die Narbenbildung beschleunigt. Aufgrund seines hohen Oxidgehalts (20-55%), wirkt es als wirksames Bakterizid und ist auch gegen MRSA sehr wirkungsvoll. Es ist besonders gut für die Behandlung von Hautgeschwüren und Wundliegen.

Das ätherische Niaouli-Öl (Melaleuca viridiflora) wirkt synergistisch mit ätherischem Zitronenöl und kann als solches zur Reinigung eitriger Wunden, zur Desinfektion, Schmerzlinderung und zur Linderung von Entzündungen verwendet werden. Es fördert auch die Zellregeneration.

Das ätherische Öl des Arabischen Weihrauchs (Boswellia carteri) fördert die Zellregeneration. Es eignet sich für die Pflege von Wunden bei Menschen im Hospiz, da es auch spirituell und belebend wirkt.

Die Rolle von Pflanzenölen und herauslösbaren Bestandteilen bei der Wundheilung

Das Hunds-Rose-Öl (Rosa canina L.) fördert die Regeneration der Haut.

Das Niembaum-Öl (Azadirachta indica) wirkt antimikrobiell und beschleunigt die Heilung. Es wird im Ayurveda sehr geschätzt, aber die Menschen verwenden es nicht so gern, wegen seines unangenehmen Geruchs.

Das Karite-Öl (Butyrospermum parkii) fördert die Heilung mit minimaler Narbenbildung. Nach der Verwendung von Karite-Öl sind Narben weniger sichtbar und die Haut ist geschmeidig und weich.

Die herauslösbaren Bestandteile der Ringelblume (Calendula officinalis) wirken entzündungshemmend, fördern die Wundheilung und beseitigten Schwellungen. Auch seitens der Volksmedizin wird es auch zu diesen Zwecken empfohlen, da es die lokale Zirkulation und die Bildung von Granulationsgewebe verbessert. Die Wirkung wird durch den Zusatz ätherischer Öle mit ähnlicher Wirkung noch zusätzlich verbessert.

Die herauslösbaren Bestandteile des Johanniskrautes (Hypericum perforatum) wirken besonders gut bei der Behandlung von Wunden, bei denen auch die Nerven beschädigt sind und Entzündungen vorhanden sind.

Die Rolle von Hydrolaten und Honig bei der Wundheilung

Hydrolate und Pflanzenextrakte auf Wasserbasis eignen sich auch für:

  • die direkte Wundreinigung,
  • das Auswaschen von besonders tiefen Wunden,
  • Kompressen bei oberflächlichen Schürfwunden.

Die Hydrolate selbst wirken kühlend und befeuchten die Wunde. Sie wirken ähnlich wie ätherische Öle derselben Pflanzen, sind aber mild und können unverdünnt direkt auf die Wunde aufgetragen werden. Es muss jedoch auf ihre mikrobiologische Einwandfreiheit geachtet werden, da sie extrem wenige aromatische Moleküle enthalten. Aufgrund dieser geringen Konzentration können sich in ihnen Bakterien und Schimmelpilze entwickeln, die direkt in eine offene Wunde übertragen werden können!

Unsere traditionelle Medizin empfiehlt auch die Pflege verschiedener Wunden mit Honig, die auf Wunsch mit anderen ätherischen Ölen ergänzt werden können. Die Wirkung von Honig:

  • Beseitigung von Infektionen,
  • Beseitigung von Entzündungen, Schwellungen, Ausfluss und Schmerzen,
  • Abbau von Fremdstoffen und nekrotischem Gewebe,
  • Beseitigung von Eiter ohne zusätzliche Beschädigung des gesunden Gewebes,
  • Beschleunigung der Granulierung und der erneuten Epithelisierung,
  • Heilung mit minimaler Narbenbildung.

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